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Literaturrecherche

Jonas Ebbecke 0

Zuletzt aktualisiert am 6. April 2020

Die allerwichtigste Methode – nicht nur in der Biomechanik, sondern in der Wissenschaft allgemein – ist die Literaturrecherche. Hier liest du, worauf du achten solltest und wie du am besten vorgehst.

Literaturrecherche wird vor jeder erdenklichen Art wissenschaftlicher Art betrieben. Und das ist auch gut so! Stell dir vor, du möchtest eine Arbeit zu einem bestimmten Thema schreiben. Dann solltest du dich sehr gut mit der Materie auskennen, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden. Dies beinhaltet:

  • Aktueller Stand der Wissenschaft
    • Was wurde zu meinem Themengebiet bereits erforscht?
    • Was ist noch ungeklärt?
  • Verwendete Methoden
    • Welche Forschungsdesigns wurden verwendet?
    • Welche Daten wurden erhoben?
    • Wie wurden sie ausgewertet?
  • Kritische Hinterfragung
    • Machen die verwendeten Methoden Sinn?
    • Wurde wissenschaftlich korrekt gearbeitet?

So gehst du vor

Der beste Ansatz für eine Literaturrecherche ist, dass du dich vom Grundsätzlichen zum Spezifischen vorarbeitest. Fange also mit der Grundlagenliteratur an. Meistens sind dies Hand- oder Lehrbücher. Diese findest du entweder selbst in deiner Universitätsbibliothek oder du fragst deine Professoren/Arbeitskollegen nach der gängigen Literatur. Solltest du dich mit den Grundlagen des Themenbereichs bereits auskennen, kannst du diesen Schritt natürlich weglassen.

Erst danach solltest du dich der spezifischen Literatur widmen. Bei den Unmengen an wissenschaftlichen Artikeln ist es nicht immer leicht die relevanten ausfindig zu machen. Zum Glück gibt es Datenbanken und Suchmaschinen! Die zwei relevantesten Anlaufstellen für uns als Biomechaniker sind wohl Google Scholar und PubMed. Überlege und notiere dir Keywords, um deine Suchanfrage einzugrenzen. Um zunächst einen Überblick über die aktuelle Studienlage zu verschaffen, macht es Sinn, die Suche vorerst auf Review Artikel zu begrenzen. Dies sind Veröffentlichungen, die den Stand der Forschung zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen. Informiere dich allerdings immer über das Publikationsdatum, um sicher zu stellen, dass die Informationen im Artikel noch aktuell sind. Das heißt jedoch nicht, dass alte Literatur immer überholt ist! Oftmals dienen ältere Veröffentlichungen als Grundlage für viele neuere Studien und bieten einen guten Anlaufpunkt.

Neben dem Überblick über die Studienlage, die du durch das Lesen des Reviews erlangst, kannst du auch die verwendete Literatur als Stütze deiner weiteren Literaturrecherche benutzen. Um zeiteffektiv zu arbeiten, kannst du während deiner Recherche statt des gesamten Artikels, vorerst nur den sogenannten Abstract liest. Dieser beschreibt in kurzen Sätzen die gesamte Studie. Passt diese zu deinem Themengebiet solltest du dich danach auf die restlichen Zeilen stürzen.

Ordne deine Literatur – Software kann dabei hilfreich sein

Je länger deine Recherche andauert, desto mehr Artikel wirst du finden. Um nicht den Überblick zu verlieren, gibt es Programme, die dir helfen, deine Literatur zu ordnen und dir für deine eigene Arbeit sogar eine fertige Literaturliste ausgeben können. Die zwei bekanntesten Programme sind wohl Citavi (kostenpflichtig – aber eventuell erhältst du eine Lizenz über deine Universität) und Zotero (kostenlos). Beide haben viele kleine Features, die dir sehr viel Arbeit abnehmen können. Solltest du allerdings zu deinem Thema auf den oben verlinkten Websites keine oder nur wenig relevanten Artikel finden, hilft es manchmal, die bekanntesten Journals einzeln zu durchforsten. Eine Liste davon wird von der International Society of Biomechanics bereitgestellt und diese findest du hier.

Bevor du deine Literaturrecherche abschließt, solltest du dich vergewissern, dass deine Literaturliste alle wichtigen Artikel enthält. Hierzu kannst du wieder deinen Professor zu Rate ziehen, welcher dich eventuell noch auf weitere Publikationen hinweist. Weitere Möglichkeiten, um zu prüfen, ob deine Literaturliste Paper enthält, die in der wissenschaftlichen Gesellschaft anerkannt sind, sind die absolute Anzahl an Zitierungen des einzelnen Artikels sowie der sogenannte Impact Factor (IF) der Fachzeitschrift. Dies ist eine über die Zitierungen pro Jahr errechnete Zahl, welche den Einfluss eines Journals wiedergibt. Um den IF eines Journals herauszufinden, kannst du den entsprechenden Namen hier suchen. Aber bedenke: Der IF sowie die absolute Zitationsanzahl sagen nichts über die wirkliche Qualität der einzelnen Publikation aus. Diese musst du für dich allein bewerten.

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